Griechenland - Hotel Athos Palace in Kalithea (Chalkidiki) - September/Oktober 2005

Dies war eine der Reisen, wo der Opa leider nicht mit durfte.  Schon lange haben wir es uns vorgenommen -  einmal nur wir drei Weibsen allein zu verreisen: Jugend - Alter und Mittelalter (Enkelin/Mutter/Oma). So richtig Shopping ohne Ende, stundenlanges Quatschen ...  - ein Graus für jeden Mann.
 
Jetzt ist zwar Mittelalter und Uralt daraus geworden, da die Jugend bereits erwachsen wurde aber wir

zwei freuten uns riesig. Am 28. September 2005 ging es los.

Der Flug von Hamburg nach Thessaloniki verlief anfangs ruhig, bis über Ungarn die Durchsage kam: " ... wir erwarten Turbulenzen!".

Uns wurde zwar etwas mulmig aber wir überstanden es tapfer - die Vorfreude auf den gemeinsamen Urlaub machte uns stark.
 
In Thessaloniki angekommen suchten wir unseren Shuttlebus vor dem Airport aber es war alles tadellos organisiert. Nach 90 Minuten Bustransfer vom Thessaloniki Airport erreichten wir das Hotel, dass auf der Halbinsel Kassandra (der linke von den drei "Fingern") bei Kalithea liegt.
Wir fuhren über den Kanal von Potidea auf die Kassandra. Da auch Gäste aus dem Sani Beach mit an Bord waren, mussten wir diesen Umweg in Kauf nehmen.

Unterwegs fiel einem der viele Müll auf den nicht bebauten Grundstücken auf und wir sahen unzählige Rohbauten stehen, ohne dass daran gearbeitet wurde. Einige sahen schon wieder wie Ruinen aus. Später erfuhren wir, dass in Griechenland die Baugenehmigungen wohl sehr lange dauern und deshalb die "Gerippe" oft jahrelang auf ihre Fertigstellung warten müssen.
 


 


Dafür entschädigte uns dann der Anblick unseres Hotels. Auf den ersten Blick war die Größe zwar etwas erschreckend, auf dem zweiten fielen einem sofort die großen Palmen, die den Eingang umsäumen, ins Auge.

Zur rechten Seite des Hotels befindet sich das Eingangstor in einen geschmackvoll angelegten Garten mit alten Olivenbäumen. Mitten in dieser parkähnlichen Anlage steht eine kleine griechisch-orthodoxe Kirche, die wir am nächsten Abend einmal besuchten. Überhaupt benutzten wir diesen kleinen Park oft für unsere abendlichen Spaziergänge.

Er war sehr liebevoll angelegt mit einem kleinen Kräutergarten mit allen für Griechenland typischen Kräutern, zum Glück sogar beschriftet. Abends auf die Straße hinaufzugehen und dort dann spazieren zu gehen ist fast lebens-gefährlich, da der Gehsteig sehr baufällig oder teilweise gar nicht vorhanden war. Für den Fahrstil dort sprachen die vielen Bildstöcke am Straßenrand selbst.

     

 

Eingecheckt und unseren Zimmerschlüssel in Empfang genommen fuhren wir hinauf. Ein komisches Gefühl beschlich uns, als wir eintraten und die zugezogenen Gardinen sahen. Ich ging zur Balkontür und schob die Gardinen beiseite - vom gebuchten Meerblick keine Spur. Also, alles wieder retour, runter zur Rezeption. Die sollten Oma jetzt mal kennen lernen ...  Aber es war nicht zu ändern. Angeblich total ausgebucht gab es nichts anderes. Wir wurden auf den nächsten Tag vertröstet, bekamen einen Obstkorb, Rotwein und einen Gratistresor als Trostpflaster.

Die Nacht war furchtbar schlaflos. Aus Hotelbewertungen vorgewarnt, hatten wir extra Meerseite gebucht. Obwohl der angekündigte Diskothekenlärm ausblieb (die hatten alle schon Winterpause), verging keine halbe Stunde, ohne dass man wach wurde. Ständig fuhren Busse vor, um Gäste zu bringen oder abzuholen. Der Lärm von den Motoren und Klimaanlagen war nervend und die wartenden und kommenden Gäste hatten lautstark ihren Spaß.  Ein Doppelbett mit einem einzigen großen dünnen Leinentuch als Bettdecke war gewöhnungsbedürftig. Man traute man sich nicht, sich "gemütlich" zuzudecken, denn dann zog der andere blank.

Nach dem Frühstück - es war super, auf dem Buffet war nichts zu vermissen - ging es wieder zur Rezeption. Tatsächlich, jetzt bekamen wir den Schlüssel für unser Zimmer mit Meerblick. Zwar erst nach langer Verzögerung und nochmaligen Vertröstungsversuchen - aber wir blieben hart. Zum Glück befand sich unser neues Zimmer genau gegenüber dem alten, so dass wir unsere Sachen nur über den Gang tragen mussten.

Das war das, was wir uns vorgestellt hatten. Zwar klein und einfach, dafür aber geschmackvoll und gemütlich eingerichtet.  Auch unsere Bitte ans Personal nach einer zweiten "Bettdecke" erübrigte sich - wir hatten zwei einzelne Betten. Das Zimmer war sehr sauber und man hatte einen traumhaften Blick vom Balkon. Von hier konnte man  auf der anderen Seite des Meeres die Küste des zweiten Fingers Sithonia sehen. An schönen Tagen sah man sogar vom dritten Finger den Berg Athos. Herrlich - jetzt konnte der Urlaub richtig losgehen.

 
Wir haben überlegt, ob wir einen Ausflug buchen sollten. Bei nur einer Woche Aufenthalt war uns fast die Zeit zu knapp, denn es wurden nur Ganztagsausflüge angeboten.

Nachdem dann die Ausflügler der "Athos-Tour" erst spätabends ganz erschöpft und schimpfend zurückkamen (ihr Schiff ging kaputt) und es gerade eben noch schafften zum Essen zu kommen, stand für uns fest, höchstens einen Leihwagen für einen Tag zu nehmen.

Wir entschieden uns dann ganz einfach den vor dem Hotel abfahrenden Linienbus zu nehmen. Einen Tag wollten wir Richtung Süden starten und einen anderen Tag Richtung Norden. Gesagt, getan, wir stellten und also an die Bushaltestelle vor dem Hotel und warteten - etwas abenteuerlich, denn eigentlich wusste keiner genau wann dieser kommen sollte - Fahrpläne, wie sie bei uns an jeder Bushaltestelle hängen, gibt es hier nicht.

Da kam er - Richtung Paliuri - Stationen sollten sein: Kriopigi = übersetzt Kalte Quelle - wer dieses Wasser trinkt wird 100 Jahre alt. Wir glaubten nicht wirklich daran und fuhren also weiter. Jetzt kam der Ort Polychrono, hier soll einer der größten und saubersten Strände von Chalkidiki sein. Dann fuhren wir an Hanioti vorbei und als nächstes schon unser Ziel: Pefkochori.

Dieser Ort wurde uns am Vortag von einem anderen Urlauber aus unserem Hotel sehr ans Herz gelegt. Später vermuteten wir, dass er uns nur reinlegen wollte ...

Dieser Ort hatte zwar einige schöne Ecken aber nur einen ganz schmalen Strand direkt vor schmuddeligen Bars. Es ist ein typischer Ort mit Zweitwohnsitzen von Thessalonikis Einwohnern und wird hauptsächlich von Engländern besucht.


 

Man kann auch einen Ort weiter Kap Paliouri, der Spitze Kassandras, auf die Insel Skiathos übersetzen (mit einem Flying Dolphin, ca. 2 h) - das wussten wir damals aber noch nicht.
 

 

 

 
Der Rückweg entpuppte sich wieder als Abenteuer. Niemand konnte sagen, wann der Bus kommen sollte. Es hieß nur, wenn wir ihn  Richtung Süden vorbeifahren sehen, kann es nicht mehr lange dauern (da er an der Landspitze umdreht) ... Wir warteten also wieder geduldig. Da unser Aufenthalt in Pefkochori kürzer war, als vorher geplant, hatten wir noch Zeit und fuhren an unserem Hotel vorbei weiter Richtung Norden, um den Ort Afitos noch zu besuchen.
   
Afitos liegt ca. 2 km von Kallithea entfernt und wurde uns ebenfalls von anderen Urlaubern empfohlen. Dass der Bus dann 2 km nach unserem Hotel im Ort Kallithea links abbog und in Kassandria der Buschauffeur laut und bestimmt sagte: "10 minutes", verstanden wir es zuerst nicht. Als er dann aber aufstand und den Bus verließ war uns klar, dass er es ernst meinte. Seine 10 Minuten waren dehnbar und nach ca. 20 Minuten ging es weiter. Der Bus  fuhr also die Straße wieder zurück nach Kallithea und weiter nach Afitos. Schon im Bus fiel uns ein anscheinend in Afitos sehr ortskundiges Ehepaar auf, welches sich mit anderen Personen über den Ort unterhielt. Beim Aussteigen boten sie dann auch uns an, den Weg etwas gemeinsam zu gehen, während sie uns allerhand Wissenswertes über Afitos erklärten.

 Die Gegend war, so sagte der Mann, schon in prähistorischer Zeit besiedelt,  mindestens seit 3000 v. Christus. Dies war nur möglich, weil es hier eine der seltenen Quellen für Trinkwasser gab.  Unsere "Fremdenführer" zeigten uns noch ihr Urlaubsdomizil, welches sie schon seit Jahrzehnten besuchten, und anschließend verabschiedeten wir uns und setzten unsere Tour alleine fort. Beeindruckend und schön ist der alte Ortskern mit seinen alten Steinhäusern, in denen Namensinschriften und Reliefs zu finden sind. Auf dem Hauptplatz von Afitos befindet sich die 1859 erbaute Basilika Agios Dimitrios, die einzige Kuppelbasilika der Chalkidiki-Halbinsel. Der dreischiffige Kirchenbau mit Kuppel und Holzdach beherbergt alte Ikonen und an der südlichen Außenwand findet man Steinreliefs . Diese ließen wir rechts liegen und gingen weiter bergauf Richtung "Dorfbalkon" (so nannte ihn unser Fremdenführer von vorhin). Afitos thront hoch über dem Meer und man sieht von hier den schönen Sandstrand, den man über ein steiles Gässchen erreichen könnte. Hier gibt es eine Taverne mit wirklich sehr leckeren typisch griechischen Speisen. Die Taverne Thea Talassa,  hat man einen traumhaften Blick über das Meer. Afitos war wirklich einen Ausflug wert. Zurück benutzten wir nicht mehr den Bus, sondern ließen uns auf das Abenteuer Taxi ein ...

irgendwann mal mehr!

 

 

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